Bärlauch – Der Frühlingsbote unter den Kräutern!
Der Bärlauch, auch wilder Knoblauch genannt, ist ein alter Bekannter, der nur etwas in Vergessenheit geraten war, aber seit einigen Jahren wieder Einzug in die Küche hält.
Bärlauch (Allium ursinum) gehört zu der botanischen Familie der Lauchgewächse (Alliaceae) und ist daher mit Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch verwandt.
Wie erkenne ich Bärlauch?
Die Pflanze wächst bevorzugt in feuchten Laub- und Mischwäldern und blüht zwischen März und Juni. Der Bärlauch erreicht eine Höhe von 20-50 cm; die Blätter selbst erreichen eine Länge von ca 25cm und sind zwischen 2 und 5 cm breit. Besonders auffällig ist die satte dunkelgrüne Farbe der Blattoberfläche bei einer gleichzeitig hellgrünen Blattunterseite.
Die Vorderseite ist glänzend, die Rückseite aber matt. Die Blätter des Bärlauchs haben eine markante Rippe, die bricht, wenn man sie biegt und dabei ein Knick-Geräusch erzeugt. Mit dem Knick-Test kannst du erkennen, um was es sich bei deinem Blatt handelt: Bricht die markante Rippe in der Mitte, ist das ein Zeichen für ein Bärlauchblatt, denn Maiglöckchen geben nach und es wird kein Knick-Geräusch erzeugt. Außerdem haben Bärlauchblätter nur ein Blatt pro Stiel, bei Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen sind es mehrere Blätter, die sich umeinander an einem Stiel ranken.
Geruch: Der Geruch von Bärlauch ist stark aromatisch und erinnert an Knoblauch.
Blüten: Bärlauch hat grüne Blütenknospen, die in dichten Trauben wachsen. Sobald der Bärlauch blüht, werden die Blüten weiß und gehen sternförmig auf.
Standort: Bärlauch bevorzugt schattige, feuchte Standorte in Laub- und Mischwäldern. Man findet ihn oft in der Nähe von Bächen und Flüssen.
Sammelregeln:
– Nur dort sammeln, wo ein grosses Vorkommen ist
– Entfernt von Wegen sammeln
– Nicht auf den Planzen herumtrampeln
– Die Blätter abschneiden und nicht abreissen
– Nur soviel ernten, wie man benötigt!
– In ausgewiesenen Naturschutzgebieten ist das Ernten von Bärlauch strikt verboten!
Achtung Verwechslungsgefahr!
Vorsicht beim Sammeln von Bärlauch! Immer wieder kann es zu gefährlichen Verwechslungen kommen – womöglich mit tödlichem Ausgang! So sehen Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose für ungeübte Sammler auf den ersten Blick gleich aus – was fatale Folgen haben kann.
Beim Bärlauch- Pflücken sollte man nicht nur auf seinen Geruchssinn vertrauen, denn einmal Bärlauch an den Händen, riecht auch das damit leicht verwechselbare und giftige Maiglöckchen oder die sehr giftigen Herbstzeitlosen danach. Beide sehen den Bärlauchblättern auf den ersten Blick ähnlich. Vorsicht ist angesagt, denn bei Erwachsenen wirken 0,08mg pro Kilogramm Körpergewicht tödlich, bei Kindern reicht eine wesentlich geringere Dosis, um zum Toad durch Atemlähmung und Kreislaufversagen zu führen.
Besteht der Verdacht einer Vergiftung: Bitte gehen Sie sofort zum Arzt!
Grundsätzlich gilt, wer sich beim Ernten nicht sicher ist: Finger weg! Kaufen Sie den Bärlauch in diesem Fall lieber auf dem Wochenmarkt, im Supermarkt oder bauen Sie ihn direkt im eigenen Garten an.
Fun Fact: Das Gerücht, Bärlauch sollte nur bis zum Blühen der Blüte gepflückt werden, können wir getrost über Bord werfen. Denn auch die Blüten können fermentiert, als Wald-Kapern eingelegt oder im Tempura Teig verarbeitet werden.
Wie gesund ist Bärlauch?
Schon die Germanen glaubten an die Heilkraft und Energie des Bärlauchs. In ihren Augen hatte er die Kraft eines Bären, der den Winter und die Kälte besiegt. Der Name „Bärlauch“ resultiert vielleicht auch daraus, dass er die erste Nahrung der Bären nach ihrem Winterschlaf war. Der Bärlauch, der im Volkssprachgebrauch viele Namen hat wie z.B. wilder Knoblauch, Hexenzwiebel, Zigeunerlauch, Waldlauch, ist äußerst gesund:
Antioxidantien: Bärlauch enthält Flavonoide und andere Antioxidantien, die helfen können, freie Radikale im Körper zu neutralisieren und somit die Zellen vor Schäden zu schützen, eine Verjüngungskur sozusagen.
Herz-Kreislauf-Gesundheit: Bärlauch kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken und das Herz-Kreislauf-System zu stärken. Es enthält unter anderem Allicin, das zur Erweiterung der Blutgefäße beitragen kann.
Immunsystem: Bärlauch enthält viele Vitamine und Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken und somit dazu beitragen können, Krankheiten abzuwehren.
Entzündungshemmung: Bärlauch enthält schwefelhaltige Verbindungen, die entzündungshemmend wirken und somit bei Entzündungen im Körper helfen können. Von diesen Verbindungen kommt auch der typische Geruch.
Verdauung: Bärlauch kann auch bei der Verdauung helfen, da er Enzyme enthält, die die Verdauung unterstützen und somit Blähungen oder Verstopfungen vorbeugen können. Bei manchen Menschen kann Bärlauch aber auch allergische Reaktionen auslösen. Wenn du dir nicht sicher bist, oder Bärlauch noch nie gegessen hast, mache gerne erst eine kleine Kostprobe, in dem du einen kleinen Teil eines Blattes isst und darauf achtest, wie dein Körper darauf reagiert.
Wie verwendet man Bärlauch?
Bärlauch kannst du auf verschiedene Weisen in der Küche verwenden. Hier sind einige Beispiele:
Pesto: Bärlauchpesto ist eine leckere und einfache Möglichkeit, Bärlauch zu verarbeiten.
Suppen und Eintöpfe: Bärlauch kann auch in Suppen und Eintöpfen verwendet werden, um ihnen eine würzige Note zu verleihen. Dazu können die Bärlauchblätter einfach fein gehackt als Topping zum Schluss zur Suppe oder zum Eintopf gegeben werden.
Salate: Bärlauch eignet sich auch gut als Zutat für Salate. Die Blätter können klein geschnitten und zu einem grünen Salat hinzugefügt werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass Bärlauch nicht zu stark oder zu lange erhitzt werden sollte, da er bei hohen Temperaturen seinen Geschmack und seine gesundheitlichen Vorteile verliert. Deshalb wird er in der Regel roh oder bei niedrigen Temperaturen in der Küche verwendet. So wie zum Beispiel für unser sehr beliebtes Bärlauch – Salz.
Quelle: Das Bärlauch-Kochbuch von Claudia Diewald (Neumann-Neudamm)
Bärlauch – das Gesundwunder im Frühling! | Garten-und-Freizeit.at
Etepetete – bio.de/blog-artikel / alles über den Bärlauch